Was geschehen ist
Am 28. Februar 2026 griffen die Vereinigten Staaten und Israel Iran an. Iran antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen. Im Frühjahr folgte eine Waffenruhe, seither werden Verstöße gemeldet. Binnen einer Woche warnte Europol, der Krieg habe „unmittelbare Auswirkungen“ auf die Sicherheit in der EU: eine erhöhte Terrorgefahr, mehr Cyberangriffe auf Infrastruktur, mehr Betrug und Desinformation.
- 9. März, Lüttich: In der Nacht explodierte am Eingang einer Synagoge ein Sprengsatz. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand.
- 13. März, Rotterdam: An einer Synagoge kam es zu einer Explosion und einem Brand. Vier junge Menschen im Alter von 17 bis 19 Jahren wurden nahe einer anderen Synagoge festgenommen.
- 14. und 16. März, Amsterdam: Ein Sprengsatz explodierte an der Mauer einer jüdischen Schule. Zwei Nächte später detonierte eine Bombe am Bürogebäude einer amerikanischen Bank.
- 20. März, Heemstede: Ein geplanter Anschlag auf eine Synagoge wurde vereitelt. Festgenommen wurden ein 14- und ein 17-Jähriger.
- 23. März, Antwerpen: Im jüdischen Viertel wurde ein Auto in Brand gesetzt. Binnen fünfzehn Minuten wurden zwei Minderjährige festgenommen.
- 28. März, Paris: Vor einer amerikanischen Bank stoppte die Polizei einen Mann, der einen Brandsatz zünden wollte. Gegen vier Personen wurde ein Ermittlungsverfahren eröffnet, drei von ihnen minderjährig.
Eine Gruppe, die sich Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya nennt, bekannte sich zu den Anschlägen. Der niederländische Nationale Koordinator für Terrorismusbekämpfung und Sicherheit (NCTV) zählte im März und April in Europa fünfzehn Brandanschläge, zu denen sich die Gruppe bekannte, fünf davon in den Niederlanden. Sie seien „möglicherweise von einem Mann mit Verbindungen zur Iranischen Revolutionsgarde geplant und von Kriminellen ausgeführt“ worden. Im Mai erhob das US-Justizministerium Anklage gegen einen Mann, der rund achtzehn Anschläge in Europa koordiniert haben soll. Das belgische Koordinierungsorgan für die Bedrohungsanalyse OCAM erklärt, die Täter in Lüttich und Antwerpen seien „mit Sicherheit dem Aufruf Irans gefolgt“.
Anschläge als Gelegenheitsjob
Das Muster selbst ist nicht neu: Schwedische, niederländische, britische und französische Nachrichtendienste warnen seit Jahren, dass Iran kriminelle Netzwerke als Stellvertreter einsetzt. Der März hat gezeigt, wie billig und schnell das inzwischen geht.
- Online angeworben. Die Verdächtigen wurden über soziale Medien angesprochen. In Rotterdam wurden ihnen nach Angaben der Staatsanwaltschaft 3.000 € geboten. In Paris sollen den Minderjährigen 500 bis 1.000 € versprochen worden sein.
- Jung und austauschbar. Die meisten Festgenommenen waren Jugendliche oder junge Erwachsene. Wer bezahlt, ist nie am Tatort.
- Eine Methode, viele Orte. Ein Sprengsatz an einem Eingang, mitten in der Nacht — binnen drei Wochen wiederholt in mehreren Städten und drei Ländern. In Rotterdam schrieben die Verdächtigen einander: „unterwegs zu Nummer 2“.
Für die Polizei ist jeder Vorfall zunächst ein lokaler Fall: eine Brandstiftung, eine Explosion, eine Anzeige. Die Serie wird erst sichtbar, wenn die Fälle nebeneinanderliegen — über Städte, Polizeibehörden und Landesgrenzen hinweg.
Was zu den Festnahmen führte
- Präsenz am nächsten Ziel. In Rotterdam bemerkten Beamte, die andere Synagogen bewachten, zwanzig Minuten nach der Explosion ein auffällig fahrendes Auto.
- Kamerabilder. In Amsterdam veröffentlichte die Polizei Aufnahmen von Überwachungskameras, die ein Fatbike zeigten. Wochen später wurde ein 17-Jähriger festgenommen.
- Schnelligkeit. In Antwerpen wurden die Verdächtigen binnen fünfzehn Minuten festgenommen. In Paris wurde der Mann auf frischer Tat gefasst.
- Verbindungen über Grenzen hinweg. OCAM bringt die belgischen Fälle mit Anschlagsplänen in den Niederlanden in Verbindung. Das Verfahren in den USA stützt sich auf sichergestellte Geräte und Social-Media-Konten.
Der Schutz wurde seither verstärkt. Belgien hat mehr als fünfzig Soldaten an rund zwanzig Synagogen und vier jüdischen Schulen eingesetzt. Die Niederlande haben die Mittel für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen erhöht. Frankreich ordnete eine „dynamische Überwachung“ von Gotteshäusern, Schulen sowie amerikanischen und israelischen Einrichtungen an. Das bedeutet: viele Standorte, bewacht von vielen Stellen — Polizei, Armee, privaten Sicherheitsdiensten und den jüdischen Gemeinden selbst.
Mit einem gemeinsamen Lagebild
- Alle geschützten Standorte auf einer Karte. Synagogen, Schulen und Büros mit ihren Kameras, Alarmanlagen und Streifen — damit jede Einheit sieht, welche Standorte in der Nähe liegen und wer sie bewacht.
- Das nächste Ziel, bevor der Täter dort ist. Ereignet sich um 3.40 Uhr ein Vorfall, werden geschützte Standorte in der Nähe sofort alarmiert, und die Leitstelle sieht, welche Streifen am nächsten sind.
- Vorfälle, die einander erkennen. Zeit, Vorgehensweise, Ziel und Bekennerschreiben werden bei jedem Vorfall gleich erfasst. So wird ein neuer Fall mit früheren abgeglichen — auch in anderen Polizeizonen und, wo Vereinbarungen es erlauben, in anderen Ländern.
Vom Angeworbenen zum Auftraggeber
Meridian fasst niemanden. Das tun Polizei und Staatsanwaltschaft. Was sich ändert, ist ihr Ausgangspunkt.
- 01
Den Weg nachzeichnen
Kamerabilder, ANPR-Treffer und Streifenberichte rund um den Tatort werden auf einer Zeitleiste zusammengeführt. Woher kam das Fatbike oder das Auto, und wohin fuhr es? Der Weg jener Nacht wird in Minuten sichtbar — nicht erst nach tagelangem Zusammentragen von Aufnahmen.
- 02
Die Angeworbenen verknüpfen
Geräte, Konten und Zahlungen, die in einem Fall sichergestellt wurden, werden mit anderen Fällen abgeglichen: derselbe Auftraggeber, dasselbe Konto, dieselben Anweisungen. So werden Jugendliche in drei Ländern zu einem Netzwerk.
- 03
Sich zum Auftraggeber vorarbeiten
Wer bezahlt, sitzt im Ausland und ist nie am Tatort. Zu ihm führt die Summe vieler kleiner Spuren. Deshalb müssen die Fälle gemeinsam betrachtet werden, nicht jeder für sich.
- 04
Im Rahmen der Gesetze
Die Auswertung von Geräten und Konten ist ein sensibler Eingriff. In Meridian ist jede Abfrage zweckgebunden und wird protokolliert: wer was gefragt hat und auf welcher Rechtsgrundlage. Das schützt das Verfahren vor Gericht — und die Bürger, gegen die kein Verdacht besteht.
Was Meridian konkret einrichten würde
- Anbinden
- Die Liste der geschützten Standorte — Synagogen, Schulen, Büros — mit ihren Kameras und Alarmanlagen
- Standorte von Polizeistreifen, Soldaten im Wachdienst und privaten Sicherheitsdiensten
- Einsatzdaten und Vorfallberichte der beteiligten Polizeizonen
- Kamerabilder und ANPR-Treffer rund um die Standorte — für Ermittlungen, auf gesetzlicher Grundlage
- Nur für Ermittlungen: Daten aus sichergestellten Geräten und Konten, wie von den Ermittlern ausgewertet
- Wo Vereinbarungen es erlauben: Vorfalldaten, die andere Polizeizonen und Nachbarländer teilen
- Aufbauen
- Eine Karte aller geschützten Standorte und wer sie bewacht, je Polizeizone
- Ein Ablauf für Vorfälle: Vorfall an einem Standort → geschützte Standorte in der Nähe alarmiert → nächstgelegene Streifen entsandt → Kameras rund um den Tatort automatisch aufgeschaltet
- Eine einheitliche Vorfallerfassung mit Zeit, Vorgehensweise, Ziel und Bekennerschreiben, damit jeder neue Fall mit früheren abgeglichen wird
- Eine Fallansicht, die Angeworbene, Geräte, Konten und Zahlungen aktenübergreifend verknüpft
- Betreiben
- In den Leitstellen der Polizei, bei den Ermittlungsteams und auf den Diensthandys der Beamten
- Auf Infrastruktur der Polizei, vollständig unter nationaler Kontrolle — jede Abfrage protokolliert
Beispielhafter Aufbau — jede Einführung wird gemeinsam mit dem Betreiber gestaltet. Quellsysteme bleiben, wo sie sind; die Datenschicht von Meridian läuft in der eigenen Umgebung des Betreibers.
Die Anschläge im März ließen sich billig bestellen und leicht wiederholen. Entscheidend ist, wie schnell diejenigen, die eine Stadt schützen, darin eine Serie erkennen.
- Council on Foreign Relations — Confrontation between the United States and Iran (tracker)
- US News / Reuters — Europol warns Iran crisis raises threat of terror, extremism and cyberattacks (05.03.2026)
- Europol — EU Terrorism Situation and Trend Report (TE-SAT) 2026
- France 24 — Belgium to investigate synagogue explosion in Liège (09.03.2026)
- NL Times — Four arrested for Rotterdam synagogue arson (13.03.2026)
- CNN — Explosion at Jewish school in Amsterdam (14.03.2026)
- NL Times — Amsterdam explosion claimed by group linked to earlier attacks (16.03.2026)
- NL Times — Arrests in Rotterdam blast; teen detained over Heemstede plot (27.03.2026)
- RTÉ — Two minors arrested over car fire in Antwerp (24.03.2026)
- France 24 — Three minors among four charged over foiled attack on Bank of America branch (02.04.2026)
- NCTV — Dreiging uit meerdere ideologische hoeken houdt aan (30.06.2026)
- US Department of Justice — National indicted for material support to terrorist organisations (05.2026)
- La Libre — Les attentats à Liège et Anvers étaient liés à l’appel iranien, confirme l’OCAM (24.09.2026)
- DutchNews — Rotterdam synagogue attackers were paid €3,000, court is told (06.2026)
- NL Times — Teen arrested over Amsterdam Zuidas office explosion (24.04.2026)
- The Brussels Times — Iran behind attacks on Jewish sites in Liège and Antwerp, says Belgian agency
- The Times of Israel — Belgium sending soldiers to guard Jewish neighbourhoods (18.03.2026)
- NL Times — Dutch government boosts security funding for Jewish institutions (22.04.2026)
- franceinfo — Le ministre de l’Intérieur appelle les préfets au renforcement des mesures de vigilance (29.03.2026)
- Swissinfo — Swedish security service says Iran uses criminal networks in Sweden (30.05.2024)
- NOS Nieuwsuur — AIVD beschuldigt Iran van liquidatiepogingen in Haarlem en Madrid (04.2025)
Meridian ist an den beschriebenen Vorfällen und Ermittlungen nicht beteiligt. Fakten aus öffentlichen Quellen, Stand 30. September 2026.
